Kruegerrand Goldmünze

Wie bei jedem Fachgebiet bedient man sich auch in Münzsammlerkreisen einer speziellen Fachsprache. Diese Nomenklatur zu beherrschen oder zumindest einige terminologische Begriffe zu kennen, ist unerlässlich, um erfolgreich Münzen zu sammeln.

Doch vor allem Anfängern fällt es bisweilen schwer die Flut an Fachausdrücken zu überblicken. Für den Einstieg genügt es allerdings völlig ein paar Basics zu lernen. Daher geben wir Ihnen einen kleinen Crashkurs in Sachen Terminologie des Münzsammelns.

Numismatik

Keine Frage, diesen Begriff müssen Sie kennen, wenn Sie sich näher mit dem Münzsammeln beschäftigen wollen. Denn Numismatik ist der Fachausdruck für das Münzsammeln als solches. Und noch mehr: Schließlich steht die Numismatik ganz allgemein für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Geld – sowohl wirtschaftlich als auch historisch und kulturell.

Der Wortursprung kann vom griechischen „nomisma“ bzw. dem lateinischen „numisma“ abgeleitet werden, was beides übersetzt soviel wie „Münze“ bedeutet. Demzufolge lässt sich Numismatik als Münzkunde bezeichnen. Ganz gleich also, ob Sie das Münzsammeln als Hobby betreiben oder sich beruflich damit befassen – Numismatik sollten Sie unbedingt in Ihren Fachwortschatz mitaufnehmen.

Nennwert bzw. Nominalwert: 

Der Nennwert bzw. Nominalwert gibt den festgelegten Wert von Zahlungsmitteln (Banknoten, Münzen) oder Wertpapieren (Anleihen, Aktien) an und ist anhand des entsprechend aufgedruckten bzw. eingeprägten Betrags deutlich zu erkennen.

Anlagemünzen

Anlagemünzen – auch Bullionmünzen genannt – sind als Kapitalanlage überaus begehrt. Das erstaunt kaum, denn schließlich werden sie aus Edelmetallen wie Gold, Silber, Platin oder Palladium gefertigt und können mit einem hohen Feingehalt aufwarten. Ihre Wert ergibt sich jedoch nicht ausschließlich durch ihren Materialwert, sondern ist vielmehr ihrer Herstellung geschuldet. Denn das Prägen von Anlagemünzen ist weitaus kostspieliger als beispielsweise das Gießen von Barren. Allerdings sind Anlagemünzen nicht gerade selten, werden sie doch in hohen Auflagen produziert. Damit unterscheiden sie sich deutlich von den Gedenkmünzen, von denen für gewöhnlich nur wenige im Umlauf sind. Rein optisch kennzeichnen sich Anlagemünzen dadurch, dass sie mit einem Bildmotiv versehen sind und Angaben zum jeweiligen Nennwert, Feingehalt und Gewicht eingeprägt sind. Zu den berühmtesten Anlagemünzen aus Gold zählen: Krügerrand, Wiener Philharmoniker und Maple Leaf.

Kursmünze/ Umlaufmünze

Über den Begriff Kursmünze dürften Sie sicherlich schon einmal gestolpert sein. Schließlich handelt es sich hierbei um Münzen, die zur Verwendung als gesetzliches Zahlungsmittel geprägt werden. Dementsprechend werden die Kursmünzen auf die Währung des jeweiligen Landes angepasst. Oder anders gesagt: Während man beispielsweise hierzulande mit Euro zahlt, sind in Dänemark Kronen als Zahlungsmittel üblich. Wurden Kursmünzen früher noch als Kurantmünzen hergestellt, sind sie heute eigentlich nur noch als sogenannte Scheidemünzen im Umlauf.

Bimetallmünzen/ Duplex-Münzen

Der Name lässt es bereits erahnen: Typisch für Bimetallmünzen bzw. Duplex-Münzen ist, dass sie aus zwei verschiedenen Metallen bzw. Legierungen bestehen. Die Besonderheit dabei: Die verwendeten Metalle sind optisch voneinander getrennt. Für gewöhnlich sieht das dann so aus: Ein rundes Kernstück, welches von einem Ring des anderen Materials umschlossen wird. Bestes Beispiel: Die 1 und 2 Euro- Münzen. So ist der Kern der 1-Euro-Münze aus Kupfernickel gefertigt, wohingegen der umgebende Ring aus Nickel-Messing besteht. Die 2-Euro-Münze zeigt den gleichen Aufbau, allerdings ist die Metallverteilteilung genau umgekehrt. Da Bimetallmünzen fälschungssicherer als normale Münzen sind, werden sie gerne als Kursmünzen verwendet.

Gedenkmünzen

Gedenkmünzen stehen bei Münzsammlern ganz besonders hoch im Kurs, werden sie doch – vor allem heutzutage – speziell als Sammelobjekte produziert. Wie ihr Name bereits vermuten lässt, wurden Gedenkmünzen ursprünglich hergestellt, um bedeutende Persönlichkeiten oder denkwürdige Ereignisse zu rühmen.

Daher erklärt es sich, dass ihre Motive oft Herrscherportraits oder Szenen von Triumphzügen, Thronbesteigungen und dergleichen abbildeten. Gedenkmünzen sind also alles andere als Münzen für den Alltagsgebrauch – wenngleich sie früher noch als Zahlungsmittel verwendet wurden.

Jeton/ Wertmarke

Wenn Sie tiefer in die Welt der Münzkunde eintauchen, werden Sie sich ggf. bald auch für das Sammeln von (historischen) Jetons interessieren. Zwar handelt es sich hierbei nicht im Münzen im klassischen Sinne, sondern vielmehr um sogenanntes „(privates) Ersatzgeld aus unedlen Metallen“. Als Material dienen dabei beispielsweise Leder, Holz, Plastik oder dergleichen. Obwohl die Jetons keinen bzw. lediglich einen geringen Materialwert haben, werden sie bis heute vielerorts als Zahlungsmittel genutzt – allerdings dann meist im Tausch gegen Waren oder Dienstleitungen, beispielsweise als Fahrausweise oder Lebensmittelcoupons. Nur in seltenen Fällen können Wertmarken gegen Bargeld eingetauscht werden. Als Paradebeispiel gelten hier Jetons von Spielbanken: Ihr Wert entspricht zwar dem echter Banknoten, dennoch sind sie lediglich als Geldersatz in Casinos und Co. zulässig.

Hierzulande sind Jetons auch als Wertmarken bekannt, wohingegen man sie beispielsweise in England und den USA als Tokens findet. In den spanischsprachigen Regionen werden sie auch als boletos oder fichas bezeichnet.

Medaille

Ganz gleich ob, ob zur professionellen Anlageinvestition oder Freizeitbeschäftigung – wer als Münzsammler aktiv ist, findet oft auch an Medaillen Gefallen. Obwohl sie sich hinsichtlich Form, Größe und Material stark gleichen, dürfen Münzen und Medaillen keinesfalls in einen Topf geworfen werden. Schließlich handelt es sich bei einer Medaille nicht um ein offizielles Zahlungsmittel, das mit einem Nennwert versehen wird, sondern dient ausschließlich zum Andenken – beispielsweise, um jemanden für eine besondere Leistung auszeichnen. Ein weiterer Unterschied: Eine Medaille ist mit (figürlichen) Motiven und Inschriften versehen, die sich auf das entsprechende Ereignis beziehen. Im Gegensatz zu Münzen, die ausschließlich von staatlicher bzw. offizieller Seite ausgegeben werden dürfen, können Medaillen auch von Vereinen, Unternehmen oder Privatpersonen hergestellt werden.

Pseudomünze

Pseudomünzen sorgen in Fachkreisen immer wieder für kontroverse Diskussionen. Der Grund: Bei einer Pseudomünze ist es nicht ganz eindeutig, ob bzw. inwiefern sie als Zahlungsmittel eingeordnet werden kann. Das liegt daran, dass Pseudomünzen zwar größtenteils die Merkmale von Kursmünzen erfüllen, jedoch von den Prägestätten als reine Sammelobjekte ausgegeben werden. Da Pseudomünzen jedoch alles andere als Raritäten, sondern vielmehr überteuerte Sonderauflagen sind, gelten sie unter Sammlern als wenig(er) wertvoll.

Billon

Auch um diesen Begriff kommen Sie nicht herum, wenn Sie Münzsammler werden möchten. Als Billon bezeichnet man eine Legierung aus Silber und Kupfer, wobei der Silbergehalt unter 50% liegt. Alternativ zu Kupfer können auch andere unedle Metalle wie Zink oder Zinn verarbeitet sein. Besonderes Merkmal der Billon ist die leichte Rotfärbung, die durch die Beimischung des Kupfers entsteht. Eine Billonlegierung wird klassischerweise für Scheidemünzen und Kleingeld verwendet.

Prägezeichen

Hinter dem Begriff Prägezeichen – auch Münzzeichen genannt – verbirgt sich nichts anderes als eine Markierung (beispielsweise Buchstaben, Symbole oder Zahlen) auf einer Münze. Dies soll dazu dienen die Herkunft der Münze eindeutig auszuweisen. Vor allem bei Münzen, die als Zahlungsmittel genutzt werden, sind Prägezeichen ein oft angewendetes Mittel zur Kennzeichnung. Dabei nutzen viele Münzstätten einen Buchstaben oder eine Kombination aus zwei Buchstaben als Prägezeichen. Hierzulande üblich: A für Berlin, D für München, F für Stuttgart, G für Karlsruhe und J für Hamburg.

Privy Mark

Die Privy Mark ist ein spezielles Münzzeichen, das seit den letzten Jahren immer häufiger zu finden ist. Und das hat seinen Grund: Mit ihrer geringen Größe ist die Privy Mark quasi ein Prägezeichen im Mini-Format und eignet sich damit ideal, um als Sicherheitsmerkmal eingesetzt zu werden. Genau hierfür wird sie seit 2013 bzw. 2014 bei den kanadischen Maple Leaf Silber – und Goldmünzen verwendet.

Darüber hinaus setzen Prägestätten die Privy Mark gerne ein, um an bedeutsame Ereignisse (Jubiläen, Sportevents etc.) zu gedenken oder Sonderserien besonders aufzuwerten. Zu finden ist die Privy Mark übrigens meist auf der unteren Hälfte der Münze – dabei ist sie oft so klein, dass sie ihrem Ruf als „Geheimmarke“ alle Ehre macht.

Abschlag

Als Abschlag werden in der Numismatik Münzen bezeichnet, die als Probestücke angefertigt wurden. Das Besondere dabei: Diese Münzen tragen zwar den Prägestempel der späteren Originalversion, bestehen jedoch aus einem anderen Material. Vor allem bei Erstprägungen sind solche Abschläge von Münzen weit verbreitet.