Goldbarren, Goldmünzen, Aktien

Nicht nur in Krisenzeiten ist Gold bei den Deutschen eine beliebte Anlageform, denn sie ermöglicht die Geldanlage abseits von Sparkonten und Banken. Es gibt unzählige Vorteile, die das Edelmetall mit sich bringt, es gibt aber genauso viele Möglichkeiten, um Gold zu kaufen. Wo also sollte Gold am besten gekauft werden?

Händler, Banken oder Aktien? Was ist am besten?

Gold kauft man am besten bei einem Spezialisten, denn er hat die größere Auswahl und der Kunde erhält in der Regel günstigere Preise, als zum Beispiel bei einer Bank. Hinzu kommt, dass viele Banken und Sparkassen in den vergangenen Jahren den Goldhandel eingestellt haben. Generell gilt: achten Sie darauf, dass der Anbieter Mitglied im Berufsverband des deutschen Münzhandels ist. Außerdem sollten Sie sich zunächst über den aktuellen Goldpreis informieren und die Preise vergleichen. Bedenken Sie, dass Gold im Wert ständig schwankt und unter Umständen zum falschen Zeitpunkt wenig oder gar keine Rendite einbringt. Sie können wählen zwischen Goldbarren und Goldmünzen. Wer Gold nicht physisch erwerben möchte, aber dennoch auf Gold setzen möchte, kann dies z.B. durch Miteigentumsanteile an größeren Goldbeständen oder mit entsprechenden Wertpapieren tun. Dies ist in der Regel aber nur über Banken oder Finanzmakler möglich.

Der Goldpreis ist beim physischen Gold davon abhängig, wie viel Gewicht die Münzen oder Barren haben. Dieses wird in der Regel in Gramm angegeben und kann bis zu 12,5 kg betragen. Auch bei Münzen variiert das Gewicht und liegt in der Regel zwischen 31,1 g (eine Unze) bis zu einer Zehntel Unze. Der Preis unterscheidet sich zwischen gleich schweren Barren und Münzen nur geringfügig, allerdings sind Barren wegen ihrer Herstellung günstiger, da Münzen aufwendiger produziert werden. Wenn Sie sich für Goldbarren entschieden haben, dann sollten Sie darauf achten, dass dieser von der Londoner Rohstoffbörse LBMA zertifiziert ist und dass dieser eine Reinheit von mindestens 999,9 Tausendstel besitzt.

Goldbarren, Goldmünzen, Aktien

Kaufen beim Händler – online oder stationär?

In den größeren Städten in Deutschland sind in der Regel überregionale Händler vertreten, bei denen Kunden vor Ort Gold kaufen können. Dies geht allerdings mit einem ganz gewaltigen Nachteil einher: in einer Filiale muss meistens mehr für das Gold mehr bezahlt werden als im Internet. Bei einem Onlinekauf kann nicht nur entsprechend Geld gespart werden, sondern im Internet ist es auch sehr einfach möglich, die Preise zu vergleichen. Allerdings müssen Sie darauf achten, ob der Händler auch seriös und vertrauenswürdig ist.

Die weiteren Punkte, auf die Sie bei einem Onlinehändler achten sollten sind:

  • Der Händler sollte Mitglied im Berufsverband des deutschen Münzenhandels sein, denn in der Regel muss das Gold per Vorkasse bezahlt werden.
  • Achten Sie darauf, dass das gekaufte Gold LBMA zertifiziert ist. Dies ist in der Regel bei Mitgliedern im Berufsverband der Fall. Denn dort organisierte Händler müssen sich dazu verpflichten, eine hohe kaufmännische und fachliche Sorgfalt beim Edelmetall Handel anzuwenden.
  • Suchen Sie nach einem Händler, der einen entsprechend großen Lagerbestand hat. Denn bei kleineren Händlern sind oftmals zwar die Preise günstig, diese sind allerdings nur in geringen Stückzahlen vorhanden. Wer dann eine größere Menge benötigt, der muss in der Regel einen höheren Preis bezahlen.
  • Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Versandkosten, die sich von Anbieter zu Anbieter stark unterscheiden. Denn nicht das Porto ist ausschlaggebend, sondern die Versicherung als Wertpaket. Daher sollte beim Vergleich auch immer der Gesamtpreis inklusive dem Porto verglichen werden.

Kaufen bei einer Bank oder Sparkasse

Nur noch wenige Banken und Sparkassen verkaufen Gold. Achten Sie darauf, dass der Herstellername und die Seriennummer sowie das Gewicht auf dem Barren vermerkt sind. Sie erhalten bei der Bank für jeden gekauften Barren in der Regel eine sogenannte Blisterkarte – ein Zertifikat. Falls nicht, fordern Sie dieses Zertifikat unbedingt ein. Meistens sind Goldbarren und Goldmünzen bei den Banken und Sparkassen erheblich teurer als bei einem Händler. Oftmals ist der Kauf an einem Girokonto gebunden und nur wer ein solches besitzt, kann in der Filiale seinen Goldkauf tätigen.

Dies bringt einen weiteren Nachteil mit sich, denn eigentlich können Anleger in Deutschland bis zu einem Wert von maximal 1.999 € Gold anonym kaufen, ohne hierfür einen Ausweis vorlegen zu müssen. Bei einer Bank und Sparkasse ist solch ein anonymer Kauf allerdings in der Regel nicht möglich, da diese ihre Personalien bereits besitzt. Grundlage für diese Richtlinie ist das Geldwäschegesetz. Dieses wurde erst vor einigen Jahren überarbeitet. Kommt es zum Beispiel vor, dass nun der Bankkunde öfters im Wert von maximal 1.999 € einkauft, dann wird die Betragsschwelle überschritten und die Bank oder Sparkasse wird Ihren Kauf melden. Diesen Nachteil gibt es bei einem Händler nicht, denn dort kaufen Sie anonym und sind ihm nicht bekannt.

Gold in einer Bank kaufen

Investitionen in Goldaktien

Eine Investition in Gold muss nicht zwangsweise durch einen physischen Kauf erfolgen. Denn es gibt ebenfalls die Möglichkeit, über ETF (Exchange Traded Funds) in Gold zu investieren. Diese haben gegenüber dem Kauf von Gold in Form von Barren und Münzen einige Besonderheiten. Grundsätzlich kann in drei Typen unterschieden werden:

  • physisch besicherte Gold-ETF
  • Gold EFT auf Unternehmensaktien, die in der Goldbranche tätig sind
  • Index auf Gold-Futurekontrakte

Bei ETF handelt es sich um Investmentfonds – allerdings gilt das nicht unbedingt für Gold ETF. Denn oftmals handelt es sich hierbei eigentlich um Gold ETC (Exchange Traded Commodities). Umso verwirrender wird es, weil diese unter Umständen auch in ihrem Namen die Bezeichnung ETF führen. Trotzdem haben auch sie keine Laufzeitbegrenzung und können dadurch wie Aktien an der Börse gehandelt werden.

Wenn Sie in Gold ETF investieren möchten, sollten Sie auf den Typ achten, denn nicht alle ETF mit Gold bilden auch tatsächlich den Goldpreis eins zu eins ab. Anders sieht es bei physisch gesicherten Gold ETF aus, denn hier kauft der Emittent mit dem Geld des Anlegers eine dem Wert entsprechende Menge Gold in Form von Münzen oder Barren und lagert diese ein. Im Gegenzug erhält der Anteilseigner im Wert des hinterlegten Goldes eine Inhaberschuldverschreibung. Der Vorteil ist, dass somit die Anleger Gold in physischer Form besitzen, ohne es einlagern zu müssen. Außerdem haben bei den meisten physisch besicherten ETF die Investoren einen Anspruch darauf, sich ihren Anteil Gold nach Hause liefern zu lassen. Dies ist zum Beispiel beim Xetra Gold der Deutsche Börse Commodities der Fall. Für die Lieferung fallen allerdings Gebühren an. Somit sollte sich der Anleger vor dem Investment genau überlegen, in welche Gold ETF er investiert und was er damit erreichen möchte. Einen weiteren Nachteil gibt es zudem: da es sich bei Gold ETF um Wertpapiere handelt, unterliegen die Gewinne der Abgeltungssteuer.